Juni 2026
Die ausgesetzten Hunde
Die folgende Geschichte ist herzzerreißend.
Unsere Volontärin Bojana und eine Freundin entdeckten in der Nähe von Belgrad/Serbien auf einem einsamen Feldweg, drei ausgesetzte Hunde.
Die beiden Welpen Kora und Neo, sowie die junge Hündin Kira waren sich selbst überlassen und kämpften ums Überleben.
Die drei freuten sich unsagbar, als sie von Bojana und ihrer Freundin angesprochen wurden.
Bei Kora zeigte sich ein deutliches Humpeln.
Ein Bauer auf dem Feld erzählte den beiden, dass hier wöchentlich Hunde ausgesetzt würden.
Die beiden fackelten nicht lang und brachten die drei zum Vet.
Bei Kira konnten nur Giardien festgestellt werden, ansonsten war Kira putzmunter.
Der kleine Neo wurde positiv auf Babesien getestet.
Kora hingegen hatte alles Unglück eingesammelt, das möglich war.
Nicht nur, dass sie einen schlecht verheilten Bruch hatte, sie wurde positiv auf Babesiose und Parvovirose getestet.
Staupe war zu dem Zeitpunkt negativ.
Leider sollte dieser Befund sich in den nächsten Tagen ändern.
Neo reagierte schnell und gut auf die Medikation, und wie durch ein absolutes Wunder, hatte er sich nicht mit Parvo infiziert.
Koras Zustand verschlechterte sich innerhalb von wenigen Stunden dramatisch.
Sie bekam Infusionen, Serum, Antibiose.
Fünf Tage aß sie nicht, aber hielt sich aufrecht.
Es war so offensichtlich, dass sie leben wollte.
Dann an Tag sechs : das Wunder!
Kora begann selbständig zu essen.
Wir alle waren fassungslos vor Glück, denn normalerweise ist das ein Zeichen, dass die Parvovirose den Kampf verliert.
Doch dann der Rückschlag: Kora bekam einen Tremor.
Diesmal war der Test auf Staupe positiv.
Worte können unser Entsetzen nicht fassen.
Wir hatten so sehr gehofft, dass sie das Schlimmste nun hinter sich hatte, und auf dem Weg der Besserung war.
Diese kleine Kämpferin.
In der Nacht vom 3ten auf den 4ten Juni gab Koras kleiner und erschöpfter Körper auf.
Sie hatte unfassbares durchgemacht, aber am Ende verloren.
Solche Schicksale erleben wir im Auslandstierschutz immer wieder.
In allen Regionen Serbiens werden Hunde und Welpen ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen.
Das ist kaum zu ertragen.
Wir sind wütend und traurig.
Wütend, weil Menschen ohne Mitgefühl Lebewesen wie Müll entsorgen.
Sie überlassen sie ihrem Schicksal, trennen sie von ihren Müttern und Geschwistern, und werfen sie ungeschützt einfach irgendwo in die Landschaft.
Das ist so abscheulich, so niederträchtig.
Uns ist völlig und absolut egal, warum Menschen das tun.
Warum sie meinen und glauben, das rechtfertigen zu können.
Es ist falsch, und es bleibt falsch.
Und wenn diese Welt gerecht wäre, gäbe es dieses Leid nicht.
Leider ist sie das nicht.
Als Tierschutzverein sind uns traurige Geschichten nicht fremd.
Doch das Schicksal von Kora zeigt besonders deutlich, mit welchen tödlichen Gefahren Straßenhunde und ausgesetzte Welpen täglich zu kämpfen haben.
Krankheiten wie Parvovirose, Staupe und Babesiose kosten unzählige Hunde das Leben, bevor sie überhaupt die Chance auf ein sicheres Zuhause bekommen.
Wir werden weiter für Hunde wie Kora kämpfen.
Immer.
Versprochen.
























